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Antidementiva

Gehirndoping mit Antidementiva

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Illustration Gehirndoping mit Demenzmitteln

Hirndoping mit Antidementiva ist ein Trend, der in den letzten Jahren auch in Europa immer mehr Anhänger findet. Menschen, die in geistig anstrengenden Berufen arbeiten, greifen häufig zu Substanzen, die ihnen helfen, Konzentration, Gedächtnis oder Kreativität zu steigern. Im Jahr 2009 stellte eine DAK-Studie fest, dass dabei vor allem Wirkstoffe zur Anwendung kommen, die zur Behandlung von Demenz entwickelt wurden. Bedenklich ist, dass die meisten dieser Medikamente nie auf ihre Wirkung bei gesunden Menschen getestet wurden.

Hirndoping mit Antidementiva nicht nur bei Studenten

Hirndoping mit Antidementiva und anderen Medikamenten ist vor allem bei Menschen beliebt, die im Alltag ein hohes Maß an Konzentration aufbringen müssen. Dazu gehören Studenten und Manager, aber auch Büroangestellte oder Schichtarbeiter. Besonders hoch ist der Anteil der „Hirndoper“ unter Wissenschaftlern, in den USA soll es jeder Dritte sein.

In den USA werden vor allem Adderall und Ritalin eingenommen. Das sind Medikamente, die zur Behandlung von ADHS entwickelt wurden. In Deutschland stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der DAK-Studie ein Wirkstoff namens Piracetam an erster Stelle. Dieser ist laut Fachinformation eigentlich für die Behandlung von hirnorganisch bedingten Erkrankungen, in erster Linie Demenz, vorgesehen. Diese Diagnose liegt aber nur bei einem Bruchteil der ausgestellten Rezepte vor. Insgesamt sind es weniger als drei Prozent. Der Rest entfällt auf zulassungsüberschreitende Anwendungen („off-label use“).

Auffällig in der DAK-Studie ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern. So greifen vor allem Männer zu leistungssteigernden Medikamenten. Frauen greifen dagegen eher zu Stimmungsaufhellern (Antidepressiva) oder Angstlösern (Benzodiazepine).

Nach einer Schätzung des Berliner IGES-Instituts liegt der Anteil der Beschäftigten, die Medikamente nehmen, um mit dem Stress in der Arbeitswelt besser umgehen zu können, bei etwa fünf Prozent. Ein Großteil von ihnen hält die Risiken für vertretbar. Diese Einschätzung scheint auch von den Ärzten geteilt zu werden, die diese Präparate verschreiben.

Umstrittener Nutzen

Hirndoping mit Antidementiva erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Der Nutzen ist jedoch umstritten. In vielen Bereichen ist fraglich, ob die Medikamente überhaupt die gewünschte Verbesserung bringen. Hinzu kommt, dass es viele Nebenwirkungen gibt und die Langzeitfolgen noch wenig erforscht sind. Die Pharmaindustrie forscht unterdessen mit Hochdruck an neuen Wirkstoffen. Ihr Ziel ist es, an den Stellschrauben des Gehirns so zu drehen, dass weder Abhängigkeit noch unangenehme Nebenwirkungen drohen. Ob dies gelingt, bleibt abzuwarten.

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  1. Pingback: Raucherentwöhnung mit Alzheimer-Medikamenten

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